Konsum & Nachhaltigkeit

Konsum- und Produktionsmuster, die Gerechtigkeit fördern statt verhindern und Lebensgrundlagen schonen statt zerstören: So lautet ein zentrales Nachhaltigkeitsziel. Die Suche nach Wegen dorthin gestaltet sich denkbar schwierig. Die Wissenschaftsplattform erabeitet Impulse dafür im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Konsum, Nachhaltigkeit und die Rolle der Wissenschaft

Ansätze für nachhaltigeren Konsum gibt es viele auf verschiedensten Ebenen – einen grundsätzlichen Wandel haben sie bislang aber noch nicht einleiten können. Beispielhaft dafür ist die fortlaufende Energieeffizienz-Steigerung in Deutschland, die noch keine ausreichenden Nachhaltigkeitseffekte zur Folge hat:

Während in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2000 Energie heute deutlich effizienter genutzt wird, sind der absolute Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der privaten Haushalte  konstant geblieben. Grund sind hier etwa sogenannte Rebound-Effekte – mehr Effizienz hat gleichzeitig noch mehr Spielräume für Konsum eröffnet.

Video

Prof. Joachim von Braun erläutert die Herausforderungen für einen nachhaltigeren Konsum

Weitere Lösungsansätze wie etwa in Richtung Suffizienz – also Verbrauchs- und Wachstumsreduzierung – stehen indes in einem starken Spannungsverhältnis mit herrschenden Markstrukturen und finden bislang kaum Eingang in politische Strategien.

Die Suche nach wirkungsvollen Hebeln für nachhaltigeren Konsum ist zudem besonders schwierig, da viele verschiedene Dimensionen im Blick behalten und verbunden werden müssen: Vom individuellen Konsumverhalten bis hin zu lokalen, nationalen und globalen Wirtschaftssystemen. Auch ökologische, ökonomische und soziale Fragestellungen sind aufs engste miteinander verflochten.

Arbeitsgruppe

Wie sich die Plattform mit dem Thema befasst

Zentrales Ziel der Arbeitsgruppe zu nachhaltigem Konsum ist es, die bestehende Forschung anzureichern mit aktuellen Perspektiven und Vertiefungen, die für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie besonders relevant sind. Im Fokus stehen drei Bereiche und Fragestellungen:

Digitalisierung: Digialisierung dominiert zunehmend die Produktions- und Konsummuster – in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wird jedoch aber kaum thematisiert. Welche Chancen birgt die Digitalisierung für nachhaltigen Konsum und welche Risiken?

Sozioökonomie: Konsumverhalten variiert stark zwischen unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppen – politische Strategien berücksichtigen dies bislang zu wenig. Wie lassen sich die unterschiedlichen Gruppen wirksam für einen nachhaltigen Wandel adressieren?

Transformation: Die komplexen Herausforderungen für nachhaltigen Konsum bedürfen tiefgreifender systemischer, struktureller und individueller Veränderungen – politische Strategien gehen hier oft nicht weit genug. Welche Transformationsstrategien sind notwendig und aussichtsreich, um einen grundlegenden Wandel voranzutreiben?

Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst, der forschungsbasierte Handlungsoptionen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet sowie Empfehlungen an die Wissenschaft für weitere Forschung.

Prozesse und Dialoge zur Förderung nachhaltigen Konsums

Die Wissenschaftsplattform speist ihre Ergebnisse direkt in verschiedene politische Prozesse ein. Beim Thema Konsum sind mehrere Prozesse von besonderer Bedeutung: In Deutschland ist es etwa das Nationale Programm Nachhaltiger Konsum (NPNK). Die UN hat indes 2012 mit dem 10-Jahres-Rahmenprogramm (10YFP) einen globalen Rahmen gesetzt, in dem nachhaltige Programme und Produktionsweisen vorangetrieben werden sollen.

Konsum in der Agenda 2030