Global Commons & Nachhaltigkeit

Sie sind Grundlagen des Lebens: Global Commons. Meere zählen etwa dazu, Wälder oder die Atmosphäre. Obwohl der Mensch von ihnen abhängig ist, vernachlässigt er ihren Schutz eklatant. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet Empfehlungen für eine nachhaltige Nutzung.

Global Commons, Nachhaltigkeit und die Rolle der Wissenschaft

Vermüllte Meere, Insektensterben und exzessive Urwaldrodungen etwa rücken Global Commons und den Umgang mit ihnen vermehrt ins Licht der Öffentlichkeit – und damit auch die Auswirkungen mangelnden Schutzes: weitverzweigte Wechselwirkungen bis hin zu Dominoeffekten, die oftmals zu einem fortschreitenden Schwund von Lebensgrundlagen für Mensch und Tier führen. Denn Beeinträchtigungen von Global Commons bedeuten immer Beeinträchtigungen ganzer Prozesse, die das Erdsystem widerstandsfähig und stabil halten.

Video

Der Ozeanologe Martin Visbeck erläutert die Herausforderungen einer nachhaltigen Nutzung von Global Commons

Die genaue Definition von Global Commons variiert in verschiedenen wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Diskursen. Im Rahmen der Wissenschaftsplattform werden mit dem Begriff Umweltressourcen adressiert, die eine grundlegende Bedeutung und grenzüberschreitende Funktionen für eine globale nachhaltige Entwicklung haben.

Was die nachhaltige Nutzung von Global Commons so schwierig macht

Was die nachhaltige Nutzung von Global Commons besonders schwierig macht: Politische Verantwortungsfragen über nationale Grenzen hinweg müssen dringend geklärt werden, doch davon ist die Weltgemeinschaft noch weit entfernt – auf globaler Ebene gibt es bislang kaum wirksame institutionelle Regelungen.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen bietet indes den bisher umfassendsten Ansatz für den Schutz von Global Commons. Sie macht deutlich, dass der Erhalt der Commons grundlegend ist für das Erreichen zahlreicher Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und dass dafür politische Strukturen und Prozesse (Governance) neujustiert werden müssen. Die Wissenschaft kann hierbei eine wichtige Rolle spielen – indem sie Wechselwirkungen zwischen den SDGs und Global Commons genauer analysiert sowie Synergien herausarbeitet, die den Auf- und Ausbau von wirksam ineinandergreifenden politischen Strukturen und Prozessen fördern können.

Arbeitsgruppe

Wie die Plattform zu Global Commons arbeitet

Die Gruppe beleuchtet vor allem internationale politische Prozesse zum Schutz von Global Commons. Ziel ist es, politische Handlungsempfehlungen für die Verbesserungen von Governance-Strukturen zu erarbeiten und weitere Forschungsbedarfe in die Wissenschaft zurückzuspiegeln – all das im Bezug zur Agenda 2030 und zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Fragestellungen

Vier Bereiche von Global Commons werden dafür untersucht – Ozeane, Süßwasser, Biodiversität/Böden und Wälder, jeweils anhand von vier Fragestellungen:

1. Fragestellung – Funktion der Commons: Welche zentralen Herausforderungen bestehen für den Bereich auf globaler Ebene und mit Blick auf die Ziele der Agenda 2030? Welche Bedeutung hat die Umweltressource für eine globale Nachhaltigkeit im Anthropozän, also in einer von vom Menschen dominierten Welt?

2. Fragestellung – Global Governance: Welche internationalen Politik- und Governance-Prozesse sind in dem Bereich zentral und wie tragen diese zur Umsetzung der Agenda 2030 bei?

3. Fragestellung – Rolle Deutschlands: Welche Rolle spielt Deutschland bei diesen Prozessen und welche Beiträge „mit“ und „durch“ Deutschland im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (Maßnahmen mit weltweiter Wirkung bzw. internationale Zusammenarbeit) sind von Bedeutung?

4. Fragestellung – Transformationsprozesse: Welche tiefgreifenden systemischen Wandlungsprozesse (Transformation) zur Stärkung der globalen Nachhaltigkeitsarchitektur sind in dem Bereich zukünftig zentral und welchen Beitrag kann Deutschland hierzu leisten? Welche Bedeutung kommt der Wissenschaft diesbezüglich zu?

Austausch in transdisziplinären Veranstaltungen

Für jeden der vier Bereiche von Global Commons entstehen entlang der Fragestellungen Hintergrundanalysen, die im Rahmen von transdisziplinären Veranstaltungen diskutiert werden. Ein abschließender Bericht soll schließlich die gesamten Ergebnisse und entsprechenden Implikationen für die Deutsche Nachhaltigkeitspolitik zusammenfassen.

Prozesse und Dialoge zur nachhaltigen Nutzung Globaler Commons

Die Wissenschaftsplattform speist ihre Ergebnisse direkt in die politischen Prozesse zur Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und zur globalen Agenda 2030 ein. Die Anregung effektiverer politischer Prozesse für den Schutz von Global Commons sowie eine verbesserte Einbindung wissenschaftlicher Ergebnisse ist zudem ein eigener Arbeitsgegenstand der Gruppe.

Global Commons in der Agenda 2030

Partizipation

Wer sich wie auf der Plattform beteiligen kann

Die Wissenschaftsplattform lädt alle Interessierten aus Wissenschaft und Gesellschaft ein, sich in den Arbeitsprozessen einzubringen und an den Austauschformaten teilzunehmen. Für die Arbeitsgruppe “Global Commons” sind hier insbesondere die transdisziplinären Veranstaltungen von Bedeutung.

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