„Wissenschaft und Politik müssen gemeinsam neue Wege für nachhaltige Entwicklung gehen“

29.05.2019

  • Wissenschaftliche Beiräte der Bundesregierung tauschen sich zu Nachhaltigkeit aus
  • Kooperation in der Wissenschaft und mit der Politik weiter stärken
  • Politik sollte entschiedener umsetzen, Wissenschaft mehr Anreiz für Beteiligung setzen

Potsdam, 29. Mai 2019. „Für die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung müssen Wissenschaft und Politik gemeinsam neue Wege gehen“, resümiert Patrizia Nanz, Co-Vorsitzende der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030, den Beirätedialog 2019. „Mehr Kooperation über Grenzen hinweg wird für das Erreichen der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie entscheidend sein – das gilt für die politischen Entscheider und ausführenden Ressorts ebenso wie für die beratende Wissenschaft“. Vertreterinnen und Vertreter von 15 zentralen wissenschaftlichen Beiräten der Bundesregierung kamen am 23. Mai 2019 in Berlin zusammen, um sich zu den Herausforderungen wissenschaftlicher Politikberatung und nachhaltiger Entwicklung auszutauschen, etwa: Wie kann die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie als Beitrag zur Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung effizient umgesetzt werden? Welche besondere Verantwortung und Möglichkeit hat die Wissenschaft dabei? Ins Leben gerufen wurde der Beiräte-Dialog 2018 von der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 und SDSN Germany, nun fand er zum zweiten Mal statt.

Der Beirätedialog zeigte abermals das große Engagement und die Bereitschaft der Beiräte, enger zusammenarbeiten zu wollen. Gutachten und Stellungnahmen zu Nachhaltigkeitsfragen werden schon heute häufig kooperativ verfasst, und auch künftig wollen Beiräte entsprechende Fragestellungen verstärkt quer zu Disziplinen und Politikfeldern bearbeiten. Die Beratungen des Beirätedialogs 2019 verdeutlichten den enormen Handlungsdruck, der sich etwa in den Bereichen Klimaschutz, Biodiversität und Landwirtschaft und bei Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Digitalisierung aufgebaut habe. Die Politik antworte auf viele dieser Herausforderung oft viel zu langsam und zu wenig ambitioniert. „Mit Blick auf die Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie seien die Herausforderungen und der Handlungsdruck enorm groß. Bislang verpasst die Umsetzung der Strategie viele ihrer Zielkorridore.“ betont Ina Schieferdecker, Mitglied im Lenkungskreis der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030, die den Dialog gemeinsam mit Patrizia Nanz moderierte.

Einfache Lösungen für die vielschichtigen Nachhaltigkeitsprobleme sind nicht zu erwarten, auch das hat der Beirätedialog einmal mehr gezeigt. „Umso wichtiger ist ein entschlossenes Zusammenwirken von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft“, betonte Patrizia Nanz. Die teilnehmenden Vertreterinnen und  Vertreter der Bundesregierung unterstrichen die wichtige Rolle der Wissenschaft in diesen Prozessen. Der Beirätedialog zeigte allerdings auch, dass die Bundesregierung konsequenter in der Umsetzung von wissenschaftlichen Empfehlungen zu Nachhaltigkeitsfragen vorgehen könne. „Um gemeinsam die Umsetzungskräfte für eine Transformation zu mehr Nachhaltigkeit zu stärken, fungiert der Beirätedialog als ein wichtiges Element für Austausch und Kooperation“, verdeutlicht Martin Visbeck, Co-Vorsitzender der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030.

Ferner wurde deutlich, dass auch die Wissenschaft selbst noch wichtige Aufgaben vor sich habe: Zum Beispiel gebe es trotz einiger Fortschritte noch immer zu wenige Anreize für Forschende, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung durch wissenschaftliche Politikberatung gerecht zu werden. Das Wissenschaftssystem müsse dieses Aufgabenfeld stärker fördern und dafür Qualitätskriterien und Anerkennungssysteme weiterentwickeln. Auch müsse wissenschaftliche Politikberatung auf die Strukturveränderungen im öffentlichen Raum reagieren sowie ihre Mittel und Wege der Kommunikation mit Politik und Gesellschaft weiterdenken.

Die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 (wpn2030) ist ein zentraler Ort der Wissenschaft, an dem sie drängende Fragen der Nachhaltigkeitspolitik diskutiert – im Austausch mit Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Wissen für Nachhaltigkeit wird über die Plattform zusammengetragen und weitergetragen, insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Mehr Infos: www.wpn2030.de

SDSN Germany ist Teil des weltweiten Sustainable Development Solutions Network. Es bündelt Wissen, Erfahrung und Kapazitäten von über 30 deutschen Wissenschafts-, Wirtschafts-, und zivilgesellschaftlichen Organisationen, um eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands und deutsches Engagement für nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern. Mehr Infos: www.die-gdi.de/sdsngermany

Pressekontakt: Bastian Strauch, Pressereferent wpn2030, bastian.strauch@iass-potsdam.de, 0331 28822 319

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  • PM zum Download: „Wissenschaft und Politik müssen gemeinsam neue Wege für nachhaltige Entwicklung gehen“
    PM_Beirätedialog-2019.pdf
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