Sarah Löpelt
Wie lassen sich Interaktionsformate zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft so gestalten und umsetzen, dass sie Wirkung für nachhaltige Entwicklung erzielen?
Dieser Frage widmete sich die Begleitforschung des gemeinsamen Teilprojekts des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie (WI) und des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) zu Ko-kreativer Formatentwicklung im Rahmen der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 (wpn2030). Im neuen Ergebnispapier werden die Forschungsergebnisse von 24 Expert:inneninterviews zu Erfolgs- und Hinderungsfaktoren für das Design und die Durchführung von Interaktionsformaten am Science-Policy-Society-Interface zusammengefasst.
Aus den Ergebnissen lassen sich folgende zentrale Empfehlungen für die Praxis ableiten:
1. Pluralität & Beteiligung: Unterschiedliche Perspektiven und Wissensformen gezielt einbeziehen und marginalisierte Gruppen stärken. Bestehende Machtasymmetrien sollten aktiv adressiert werden, um eine Begegnung auf Augenhöhe zu gewährleisten.
2. Interaktivität & Prozessgestaltung: Kontinuierlichen Dialog und persönlichen Austausch sicherstellen. Auf eine transparente und flexible Prozessgestaltung mit Gelegenheiten für Interaktion und Beziehungsaufbau und eine fachkundige Moderation achten. Auf ein verbindliches Ergebnis mit Anschlussoptionen hinarbeiten.
3. Ressourcen & Struktur: Einen Mehrwert für Teilnehmende bieten sowie ausreichende und verlässliche Ressourcen bereitstellen. Zeitliche und finanzielle Absicherung aufseiten der Durchführenden und Teilnehmenden gewährleisten, um Formate für eine tragfähige Zusammenarbeit zu verstetigen.
4. Zielorientierung: Gemeinsames Problemverständnis und klare Ziele entwickeln. Formate sollten praxisnah und lösungsorientiert sein und iterative Zielüberprüfungen zulassen.
5. Kontextsensibilität: Formate an den Kontext anpassen. Formate in institutionelle, kulturelle und politische Kontexte einbetten und politische oder soziale Spannungen ausreichend berücksichtigen. Eine kontextgerechte Sprache und passende Begriffe verwenden, die Verständlichkeit und Anschlussfähigkeit fördern können.
6. Emotional-soziale Dimension: Wertschätzung, Zugehörigkeit und Vertrauen fördern. Gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung von Beiträgen und Perspektiven ermöglichen. Vertrauen zwischen den Akteursgruppen, einen respektvollen Dialog und ein kollektives Zugehörigkeitsgefühl fördern, um Teilnehmende zu motivieren und Engagement und Zusammenarbeit zu stärken.
Auf Basis der im Ergebnispapier identifizierten Erfolgs- und Hinderungsfaktoren wurde zudem eine Checkliste für die Gestaltung und Umsetzung von Interaktionsformaten zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft erstellt.